Paul Bokowski berliner lesebühnenautor, vorleser und geschichtenerzähler

Paul Bokowski

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HAUPTSACHE NICHTS MIT MENSCHEN – Die besten Geschichten von Paul Bokowski. Endlich in einem Band!

“Wenn es diesen Großmeister der scharfen Pointe noch nicht gäbe, so müsste man ihn mit einer Dringlichkeit erfinden, die sämtliche anderen [...] Vorhaben auf die lange Bank schöben. Doch zum Glück gibt es ihn ja: Paul Bokowski. Dafür hasse und beneide ich ihn unendlich.” - Uli Hannemann

“Dafür, dass ich noch nie von diesem Buch gehört habe, werde ich erstaunlich oft danach gefragt. Und Gnade Ihnen Gott, wenn Sie mich zitieren.” - xxx

HAUPTSACHE NICHTS MIT MENSCHEN
Geschichten von Paul Bokowski
Broschiert, ca. 162 Seiten, 11,90 Euro
ISBN: 978-3-9814891-1-8
Ab dem 01. März im Handel, auf satyr-verlag.de oder direkt bei amazon vorbestellen.

Textauszüge:

Etwas Schreckliches ist passiert. Nie hätte ich gedacht, dass es wirklich so weit kommen würde, aber es ist. Plötzlich, unerwartet und ohne jede Vorwarnung: Meine Mutter hat mich gegoogelt. Seit wann weiß meine Mutter, was Google ist? Ob ich nicht mal Lust hätte mit ihr zu skypen, fragte sie. Skypen!? Sie sagte wirklich “skypen”! Wer ist diese Frau und was hat sie mit meiner Mutter gemacht? Noch ein dritter Fachterminus dieser Art und ich werde Mutter fragen, seit wann sie meinen Vater mit einem Informatiker betrügt. Schlaftrunken erbitte ich mir Bedenkzeit und spiele seitdem mit dem Gedanken, meinen Vertrag bei Alice zu kündigen und auf ein Analogtelefon und die Deutsche Reichspost umzusteigen. Was, wenn meine Mutter Facebook für sich entdeckt? Kann ich es mit meinen Gewissen vereinbaren eine Freundschaftsanfrage meiner eigenen Mutter abzulehnen?
- aus “Wenn die Mutter mit dem Sohne”

Gelegentlich begegnen mir Menschen, die nach ihrem dritten oder vierten Bier anfangen, von der Intelligenz der Massen zu schwärmen. Derartige Fantasten dürfen mich gerne auf einer meiner Beobachtungstouren begleiten. Denn besonders an einem Sonntagnachmittag findet sich in jedem zweiten Straßenzug Berlins mindestens ein Beleg dafür, dass Schwarmintelligenz keine all zu menschliche Fähigkeit ist. Und alles, was es dazu braucht, ist eine Altbauwohnung im vierten Stock, eine neue Waschmaschine und 4 bis 7 junge Männer, die alle etwas mit Medien gelernt haben. Mit der Intelligenz der Massen verhält es sich wie mit dem Lecken des eigenen Ellenbogens. Die meisten Menschen wissen, dass es nahezu unmöglich ist, und trotzdem denken gerade 73% aller Leser darüber nach es unauffällig auszuprobieren.
- aus “Denn sie wissen nicht was sie tun”

Mit gewissenhafter Überzeugung schreiben die meisten schlesischen Spätaussiedler jedes deutsche Wort, in dem ein ‘Ü’ vorkommt, lieber mit ‘Y’: ‘Myde’, ‘gryn’ oder ‘Yberweisung’. Begegnet ihnen allerdings ein Wort, das wirklich mit ‘y’ geschrieben wird, so regt sich Duden’scher Ehrgeiz in ihnen, und sie schreiben ‘Psüchologie’ oder ‘Labürinth’. Das macht es Außenstehenden sehr leicht, Schlesier von anderen Spätaussiedlern zu unterscheiden: Der slawischen Verdachtsperson sei einfach ein Zettel und ein Stift in die Hand gedrückt und einfach die Aufforderung mitgegeben, einmal das Wörtchen ‘Gynäkologenüberschuss’ zu schreiben.
- aus “Da kenne ich keine Skrupel”


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